Fronteers Konferenz in Amsterdam

Letzte Woche nahm ich an der Fronteers 2012 in Amsterdam teil. Die Konferenz fand im geschichtsträchtigen Pathé Tuschinsky statt. Das Gebäude wird dominiert von Art Déco Elementen – andere Baustile flossen aber ebenfalls darin ein (Wikipedia Artikel).

Die Konferenz selber richtete sich an Webentwickler, Designer und weitere Personen, welche in diesem Umfeld ihre Brötchen verdienen und fand nun schon zum fünften Mal statt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich war positiv überrascht. Funktionierendes WLAN, einwandfreie Organisation, super Catering (Essen, Snacks, Kaffee) und eine interessante Auswahl an Referenten, welche mit 1-2 Ausnahmen sowohl rhetorisch als auch fachlich genial waren. Ich war erst etwas skeptisch, ob das Niveau für mich nicht etwas zu hoch war, da ich eher aus der Designer-Ecke komme, denn aus der Entwickler-/Programmierer-Ecke. Doch habe ich viele Interessantes aus den zwei Konferenztagen mit nach Hause nehmen können.

Während zwei Tagen traten rund 15 Referenten auf. Weiter gab es ein Panel zum Thema Accessability, welches in meinen Augen auch gleich ein Highlight der Konferenz war. Drei Personen mit unterschiedlichen körperlichen Behinderungen sprachen über ihre täglichen Mühen im Umgang mit Websites. Genial war, dass nicht nur darüber gesprochen wurde, wo mögliche Stolpersteine existieren, sondern dass die Personen dies gleich live am Computer demonstrierten. Das habe ich so noch nicht erlebt und war dementsprechend aufschlussreich.

Hier kurz meine drei Favoriten:

Mark Boulton – Adapting to Responsive Design

Mark Boulton (@MarkBoulton)sprach über sich ändernde Methoden und Prozesse, welche das Konzept „responsive design“ mit sich bringt. Anforderungen an den Website-Inhalt wurden angesprochen aber auch Auswirkungen an Content Management Systeme, ans Projekt Management oder an Workflows bei der Inhaltserstellung. Kurzum: die Tendenz adaptive Websites erstellen tangiert jeden Teil der Organisation. Nebenbei müssen sich aber auch die Entwickler selber auf einen anderen Arbeitsablauf einstellen.

Lea Verou – More CSS secrets: Another 10 things you may not know about CSS

Lea Verou (@LeaVerou) präsentierte am Donnerstag Nachmittag einige sehr interessante CSS3 Ansätze. Darunter waren einige sehr interessante Spielereien, wie man mit CSS3 Animationen und weitere kleine Effekte zaubern kann.

Für mich sind solche Elemente zunehmend interessant, da man eine Website unter Gesichtspunkten von „Progressive Enhancement“ für neue moderne Browser optimieren kann.

Stephen Hay – Style guides are the new Photoshop

Stephen Hay (@stephenhay) präsentierte einige sehr interessante Inputs, wie das Command Line Tool und weitere Instrumente (Dexy Documentation Tool, PhantomJS, CasperJS, SMACSS – Scalable and Modular Architecture for CSS)die Erstellung von Entwürfen für Websites optimieren können. Sein Ansatz beruht darauf, dass Photoshop für die Gestaltung von Entwürfen absolut untauglich ist – je stärker Websites für unterschiedliche Geräte und Bildschirme konzipiert werden müssen.

Er hat dabei einen Prozess vorgestellt, bei welchem er halb-automatisch generierte Styleguides mit oben erwähnten Tools erstellt.

Hier mal die Slides der SmashingConf, welche Stephen etwas früher gehalten hat:

Fazit

Alles in allem war die Konferenz ein voller Erfolg. Es gab keine langweiligen Unterbrüche zwischen den einzelnen Referaten und Christian Heilemann moderierte die Konferenz auf eine sehr symphatische und professionelle Weise. Besonders hervorzuheben ist hier, dass er die Publikumsfragen während der Referate via Twitter in Empfang nahm und die Referenten dann anschliessend selber anhand der gesammelten Fragen interviewte. Dadurch wurden nervige Wartezeiten vermieden, bis zB ein Mikrophon im Publikum ankommt. Auch war alles immer klar verständlich und in einer angemessenen Lautstärke.

Ich hoffe jetzt schon, das nächste Jahr wieder teilnehmen zu können.

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